Der Markt Lonnerstadt liegt im Aischgrund, westlich von Höchstadt/Aisch, am Rande des
Steigerwalds. Zusammen mit seinen drei Ortsteilen Mailach, Fetzelhofen und Ailsbach hat
Lonnerstadt gut 2.000 Einwohner.
Lonnerstadt wurde am 9. Oktober 910 erstmals urkundlich erwähnt, als König Ludwig IV, das Kind
dort Station machte und hier eine Urkunde unterzeichnete. Im 11./12. Jahrhundert stand der Ort
unter dem Einfluss der Grafen von Höchstadt und ging 1156 an das Hochstift Bamberg über.
Der Ort war bereits früh ein zentraler Handelsplatz. Über Jahrhunderte war der Hopfenanbau der
wichtigste Erwerbszweig, worauf heute noch die Hopfendolde im Gemeindewappen hinweisen.
Der Dreißigjährige Krieg traf Lonnerstadt hart, da es an einer strategisch günstigen Stelle gelegen
war. Von 1619 bis 1629 diente es unterschiedlichen Truppen immer wieder als Quartier, 1631 fielen
schwedische Truppen, 1632 plünderten und brandschatzten die kroatischen Söldner Tillys den Ort.
Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert gab es in Lonnerstadt zeitweise bis zu 18 Brauereien und
Wirtshäuser. Brauereien findet man heute nicht mehr in Lonnerstadt, aber zwei Wirtshäuser sind
erhalten geblieben: Im Gasthaus zur Sonne und Gasthaus Popp (Fetzelhofen) kann man sich ein
kühles Bier in gemütlicher Atmosphäre schmecken lassen.
Das Ortsbild ist durch verschiedene Sehenswürdigkeiten geprägt. Ein weithin sichtbare Wahrzeichen
ist die evangelische, denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Oswald, die zu den ältesten Kirchen in
Mittelfranken gehört Das Schloss weist darauf hin, dass in Lonnerstadt der Sitz verschiedener
Adelsgeschlechter war. Der charakteristische Marktbrunnen und das gut erhaltene Brunnenhaus
bilden am historischen Marktplatz das Herzstück des Ortes. Die Mühle Lonnerstadt ist ein
technikgeschichtliches Denkmal, das heute als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO aufgelistet ist
und auch als Hofladen und Café genutzt wird.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine jüdische Gemeinde. Ein bekannter Nachfahre ist der
holländische König Willem-Alexander (in achter Generation).
Vier Wanderwege auf einer Länge von 6 –9 km führen durch die idyllische Landschaft rund um
Lonnerstadt und seine Ortsteile, mit Karpfenweiher oder Äckern auf denen Meerrettich, Heil- und
Gewürzpflanzen angebaut werden (Lehrpfad mit Schautafeln zwischen Mailach und Lonnerstadt).
Im Zuge der der Gebietsreform 1972 wurde Lonnerstadt dem Landkreis Erlangen-Höchstadt
zugeordnet und ist heute Teil der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt a. d. Aisch.
Mailach, heute ein Gemeindeteil von Lonnerstadt, war historisch dem Landgericht Neustadt an der
Aisch zugeordnet, bevor 1857 zum Landgericht Höchstadt kam. Der Ort war durch
Patrimonialgerichte geprägt. Mailach entwickelte sich als eigenständige Gemeinde, bevor es im Zuge
der bayerischen Gebietsreform am 1. Mai 1978 nach Lonnerstadt eingegliedert.
Fetzelhofen war über Jahrhunderte eine eigenständige Gemeinde, bevor sie im Zuge der bayerischen
Gebietsreform in den 1970er Jahren seine Eigenständigkeit verlor und am 1. Januar 1972 als Ortsteil
in den Markt Lonnerstadt eingegliedert wurde.
Ailsbach wurde erstmals 1023 in einer Urkunde über den Wildbann Kaiser Heinrichs II. erwähnt. Die
Geschichte ist geprägt von grundherrlichen Ansprüchen des Kosters Michelsberg und später des
Nürnberger Spitalamtes Heilig Geist. Ebenfalls im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde
Ailsbach am 1. Januar 1972 nach Lonnerstadt eingegliedert.
In Ailsbach bezieht sich „Sybilla“ auf die legendäre Seherin Sybilla Weis (auch Sibylle Weiss
geschrieben) eine fromme Edelfrau, die im 13. Jahrhundert in einem Schloss bei Ailsbach gelebt
haben soll. Sie ist eine zentrale Sagenfigur der lokalen Geschichte.
Um 1003 erscheint Lonnerstadt mit anderen Orten der Umgebung in einer Schenkung des Markgrafen Heinrich/Ezilo von Schweinfurt an das Kloster Fulda, vermutlich eine als Schenkung verschönte Zwangsabtretung nach dessen gescheitertem Aufstand gegen König Heinrich II.[6] Es ist aber, wie alle anderen genannten Orte, nicht bei Fulda verblieben; vielmehr scheint im 11. und 12. Jahrhundert Lonnerstadt im Besitz oder zumindest unter der Gerichtshoheit der Grafen von Höchstadt gestanden zu haben.[7]
Nach dem Aussterben des letzten Grafen, Hermann von Stahleck, der in die Familie der Staufer eingeheiratet hatte und von seinem königlichen Schwager Konrad III. 1142 zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt worden war, kamen Höchstadt und sein Umland 1156 an das Hochstift Bamberg. Dieses hatte durchgehend die hohe Gerichtsbarkeit über Lonnerstadt.
Eine Urkunde von 1135, in der Graf Goswin von Höchstadt als Zeuge auftrat, zeigt, dass auch die Würzburger Bischöfe dort Besitz an Grund und Leibeigenen hatten.[8] Im 12. und 13. Jahrhundert erschienen örtliche Adelige als Ministerialen der Bamberger Kirche. Die bis heute erhaltene evangelische St.-Oswald-Kirche wurde über einem älteren Kern erbaut, der Turmunterbau der Chorturmkirche im 14./15. Jahrhundert, das Turmobergeschoss mit Zwiebelhaube 1715–17, das Langhaus 1835/36.
Der Dreißigjährige Krieg traf Lonnerstadt hart, da es an einer strategisch günstigen Stelle gelegen war: Von 1619 bis 1629 diente es unterschiedlichen Truppen immer wieder als Quartier, 1631 fielen schwedische Truppen ein, 1632 plünderten und brandschatzten die kroatischen Söldner Tillys den Ort.[9]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lonnerstadt 95 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten das Kastenamt Höchstadt, die nürnbergische Landesalmosenamt-Vogtei Lonnerstadt und der Amtsknecht der würzburgischen Amtskellerei Schlüsselfeld inne. Das Kastenamt Höchstadt jedoch beanspruchte diese für sich alleine. Grundherren waren das Kastenamt Höchstadt (11 Güter, 3 Gütlein, 1 Sölde, 4 Häuser, 2 Schenkstätten, 1 Häuslein), die Vogtei Lonnerstadt (3 Höfe, 18 Sölden), der Nürnberger Eigenherr von Imhoff (2 Güter), Brandenburg-Bayreuth (Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach: 1 Schenkstätte; Klosteramt Frauenaurach: 1 Dreiviertelhof, 1 Halbhof, 1 Viertelhof, 6 Güter, 2 Häuser, 1 Mühle), die Amtskellerei Schlüsselfeld (6 Höfe, 18 Sölden), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Wirtshaus, 1 Gut, 1 Sölde), das Rittergut Vestenbergsgreuth (5 Güter) und die Pfarrei Höchstadt (1 Hof, 1 Sölde). An gemeindlichen Gebäuden gab es 1 Sölde und 1 Haus.
1802 kam Lonnerstadt an Bayern mit Ausnahme der Nürnberger Untertanen, die erst 1806 an Bayern fielen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Lonnerstadt gebildet, zu dem Ailsbach und Fetzelhofen gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet:
Die Gemeinde Lonnerstadt war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt.
In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen den Freiherren von Imhoff (bis 1823), 5 Anwesen dem Patrimonialgericht Vestenbergsgreuth (bis 1848) und 3 Anwesen dem PG Pommersfelden (bis 1848).[11] Ab 1862 gehörte Lonnerstadt zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1920–1929 Finanzamt Höchstadt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Höchstadt, von 1880 bis 1959 war das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch zuständig, von 1959 bis 1973 das Amtsgericht Forchheim, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 11,008 km².
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Fetzelhofen eingegliedert. Mailach kam am 1. Mai 1978 hinzu.
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